Obmannstellvertreter der IG-Milch aus Pram, Oberösterreich: „So eine Dürre habe ich in meinem Berufsleben noch nicht erlebt. Die Kühe gehen nicht mehr auf die Weide, weil kein Futter wächst und es auch viel zu heiß ist, sie stehen im Stall und fressen das Heu für den nächsten Winter. Die derzeitige Trockenheit ist nicht nur eine große psychische Belastung, sondern in großen Teilen Österreichs auch eine existenzielle Bedrohung. Daher fordern wir als IG-Milch ein wirksames Maßnahmenpaket um die schlimmsten Folgen der Dürre abzufedern.“
Auch Stefan Scheipl ist Vorstand der IG-Milch und führt einen Bioheumilchbetrieb im Flachgau, Salzburg. „Durch die großflächige Dürre in halb Europa ist es jetzt schon nicht mehr möglich, Futter zuzukaufen und die Schlachthöfe signalisieren auch schon ein erhöhtes Angebot und sinkende Preise.“
„Auch bei uns in Niederösterreich war es noch nie so trocken und so heiß wie dieses Jahr! Sogar der Mais mit dem oft Fehlmengen bei Gras ausgeglichen werden konnten vertrocknet auf den Feldern. Bei vielen Betrieben wird auch schon das Wasser knapp. Es besteht eine absolute Ausnahmesituation, die noch durch schlechte Milchpreise verschärft wird. Nach vernünftigen Milchpreisen vor zwei Jahren sind sie kontinuierlich gefallen und das bei steigenden Produktionskosten. Es gibt auf den Betrieben keine finanziellen Reserven, um die derzeitige Notlage auszugleichen!“ so Vorstandsmitglied Reinhard Üblacker aus Neuhofen an der Ybbs.


Es braucht daher eine Reihe von Maßnahmen, um die Milchproduktion zu unterstützen und viele Betriebe zu retten. Sie müssen unbürokratisch und rasch umgesetzt werden und auch wirksam sein.
Die IG-Milch schlägt daher folgende Punkte vor:
- Dürreausgleichzahlung von 300 Euro je Großvieheinheit in Dürreregionen mit Mitteln aus dem Katastrophenfonds
- Umsetzung einer nationalen Futtermittelbörse durch die Landwirtschaftskammer
- Sicherung der noch bestehenden Maisbestände als Futterersatz für Wiederkäuer
- Transportkostenzuschuss für Futtermitteltransporte
- Einberufung eines Krisenstabes unter Einbeziehung von Betroffenen und Praktikern
„Jeder der jetzt übers Land fährt wird sehen, dass absoluter Handlungsbedarf besteht. Nicht nur die Pegelstände der Bäche und Flüsse sind auf einem nie dagewesenen Niedrigstand, sondern auch die Futtervorräte für den Winter. Es braucht einen nationalen Schulterschluss zwischen MilchbäuerInnen und KonsumentInnen, um den österreichischen Milchviehbetrieben eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen und damit die Versorgung mit hochwertigen Milchprodukten zu sichern. Dies gewährleistet auch eine vielfältige Kulturlandschaft und eine lebenswerte Umwelt,“ so Andreas Hetzlinger abschließend.
Rückfragehinweis:
Andreas Hetzlinger (0650 7736652)
Stefan Scheipl (0664 2387640)
Reinhard Üblacker (0676 5966110)