Freiheit und Fairness erfordern Mut und Selbstverantwortung.
IG-Milch, Februar 2015

EINLADUNG

ZUKUNFTSSYMPOSIUM 2019

REGIONALENTWICKLUNG II

Sonntag, 20. Oktober 2019, 11.00 Uhr – ca. 15.00 Uhr
Wirt im Feld, Ennser Str. 99, 4407 Dietach
(am Nordrand der Industriestadt Steyr)

„Zukunftsfähige regionale Versorgungswirtschaft“

Es geht um neue Perspektiven in einer regionalisierten Landwirtschaft. Durch Zusammenarbeit zwischen Bauern/Bäuerinnen, KonsumentInnen und dem regionalen Gewerbe wird für alle Beteiligten eine höhere Wertschöpfung mit mehr Autonomie angestrebt. Wir brauchen eine neue Form des betriebswirtschaftlichen Denkens und Rechnens. Christian Hiß, Referent des Symposiums zeigt, wie die Kosten der Umweltsanierung in die Betriebs-kosten eingerechnet werden. Dabei geht es um die Organisation kompletter und regionaler Wertschöpfungsketten – vom Rohprodukt bis zum Teller. Wir konnten ausgewiesene ExpertInnen und erfahrene PraktikerInnen für unser Symposium gewinnen.

Referenten:

  • Christian Hiß, Gärtner und Ökonom aus Freiburg. Seine Familie führte einen der ersten Biohöfe Deutschlands. Gärtnermeister, Pionier für regionale Wertschöpfung, Entwickler der Regionalwert AG. Autor von Büchern wie Regionalwert AG oder Richtig Rechnen, dabei zeigt Hiß auf, wie die Kosten der Umweltsanierung in die Betriebsrechnung einbezogen wird.
  • Andrea Heistinger aus St. Pölten, Agrarwissenschaftlerin, Soziologin, systemische Beraterin u. a. der „ARCHE NOAH“; zahlreiche Publikationen. Beide haben gemeinsam ein Forschungsprojekt zu diesem Thema bearbeitet. Heistinger ist Autorin mehrerer Bücher, zum Beispiel Handbuch Gemüse, Handbuch Samengärtner
  • Alexander Neunherz, hat an der Salzburger Universität in der ländlichen Entwicklung gearbeitet und in der Salzburger SPÖ
  • Julianna Fehlinger, ÖBV-Geschäftsleiterin, Expertin für außerfamiliäre Hofnachfolge

Wir freuen uns über Teilnehmer aus verschiedensten Bereichen:
Bauern/Bäuerinnen, KonsumentInnen, Fachleute der Regionalentwicklung, Bildungsfachleute, Schulleiter, Lehrer, Berater/Beraterinnen, Vertreter von Behörden im Bereich Ländliche Entwicklung im Ministerium für Nachhaltigkeit…

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Agrarpolitischer Grundkurs der ÖBV – Winter 2019/20

Das System verstehen – aus dem Rahmen denken – gemeinsam aktiv werden!

Wer “macht” eigentlich Politik?  – Was hat Handelspolitik mit unserem Essen zu tun?  – Wie funktioniert die gemeinsame Agrarpolitik der EU?  – Wie können wir Lebensmittelpolitik demokratisch gestalten? – Wie kann ich aktiv werden?
Gemeinsam für kleinbäuerliche Landwirtschaft & gutes Essen für alle!

Cartoon: Much

Für wen? Der Kurs richtet sich an alle, die Interesse an Agrarpolitik haben. An alle, die für kleinbäuerliche Landwirtschaft, in der Bewegung für Ernährungssouveränität oder für gutes Essen für alle politisch aktiv bleiben oder aktiv werden wollen.

Termine: 4 aufeinander aufbauende Module á 2 Tage: Di, 26. Nov / Mi, 27. Nov 2019 im Innviertel (OÖ), Do, 16. Jän / Fr, 17. Jän 2020 in Graz, Mo, 10. Feb / Di, 11. Feb 2020 bei Amstetten (NÖ), Di, 3. März / Mi, 4. März 2020 bei Innsbruck (Tirol)

Anmeldung: Frühbucher-Bonus bei Anmeldung bis 15. Sept 2019, Anmeldeschluss: 15. Okt 2019

Anmeldung und Fragen: veranstaltung@viacampesina.at, Tel: 01 89 29 400

Weitere Infos: https://www.viacampesina.at/Veranstaltung/agrarpolitischer-grundkurs-2019/

Veranstaltet von: Österreichische Berg- und Kleinbäuer_innen Vereinigung (ÖBV – Via Campesina Austria)

In Kooperation mit: KSÖ – Katholische Sozialakademie Österreichs, ARGE Region Kultur, Kuli – Kultur Land Impulse, EBI – Eigenständige Bildungsinitiativen, FIAN – Mit Menschenrechten gegen Hunger, IG-Milch

Flyer der Veranstaltung

 

Gedanken zum Tierschutzvolksbegehren – Beitrag aus der aktuellen IG-MilchPost

Beginnt man bei den Landwirten über Tierschützer zu reden, sollte man möglichst schnell in Deckung gehen, weil man sofort den Zorn, den Frust, den Ärger von uns Bauern über ihre täglichen Probleme abbekommt. Die Tierschützer scheinen das Hauptübel unserer ganzen Probleme in der Nutztierhaltung zu sein. Schließlich wird bei uns Bauern noch immer die über Generationen gewachsene Würde weitergegeben, dass bei uns noch immer der Deal zwischen Bauer und Tier gilt: „Ich gebe dir Schutz und Futter und du gibst mir bald einmal dein Fleisch!“
Und jetzt kommen „Vegane Träumer“ daher, verurteilen unsere Nutztierhaltung, beschimpfen uns Bauern als Tierquäler und  Umweltzerstörer und rufen die Konsumenten zum totalen Fleischverzicht auf. Sie wollen uns beweisen, dass es möglich ist, so die Welt zu retten, indem sie es uns vorleben, vergessen dabei aber auf ihren Hund. Er frisst täglich bestes Fleisch aus wohlportionierten Plastikbechern. Nur das Hundefutter (sowie diverse Flugreisen) hauen den Weltverbesserern ihre sonst so gute Ökobilanz zusammen. Also warum sollen wir Bauern uns mit diesen Leuten zusammensetzen und uns mit dem Tierschutzvolksbegehren auseinandersetzen?
Es gibt nur eine Antwort darauf: Weil es uns Bauern betrifft. Und zwar tagtäglich.
Die eine Seite unserer modernen Nutztierhaltung betreffen die Probleme der Massentierhaltung (auf die wir in Österreich durch den  wirtschaftlichen Druck auch schrittweise und schleichend zusteuern), der Überdüngung, der Zerstörung von ganzen Ökosystemen, dem Klimawandel durch unsere grenzenlose Teilnahme am Welthandel. Diesen Tatsachen müssen wir uns stellen, weil sie für uns Bauern ganz gravierende wirtschaftliche Auswirkungen haben.
Die andere Seite der Folgen unseres derzeitigen landwirtschaftlichen Systems erlebe ich bei vielen Diskussionsveranstaltungen und in meinem täglichen Umfeld. Das Bauernsterben, Frust und Hoffnungslosigkeit, eine Zerstörung der Würde unseres Berufsstandes liegt wie dichter Nebel über unseren Bauernfamilien. In einem Ausmaß, wie ich sie in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt habe (wobei ich unseren bäuerlichen Vertretern zu Gute halten muss, mit welchem Eifer sie dieser Entwicklung dagegenhalten. Mit Milchköniginnen bis zur Erdäpfelprinzessin vesuchen sie diesen Nebel zu vertreiben).
Wie stolz sind wir, wenn wir ein Kalb, einen fertig gemästeten Stier, eine Kuh in perfekter Qualität zum Verkauf anbieten können. Und wie groß ist der Frust, weil wir nicht den erhofften Preis dafür bekommen, weil wieder einmal der Markt mit ausländischem Vieh überschwemmt wird und gleichzeitig zu wissen, mit welchen Qualen diese Tiere transportiert werden. Sollten Tierprodukte aus dem Ausland (Käfigeier,  ukrainische Hühner aus Mastfabriken) billiger sein als österreichische Lebensmittel? Sollte es erlaubt sein, Tierqualprodukte bei uns zwar zu verbieten, sie aber gleichzeitig aus dem Ausland nach Österreich zu importieren? Sollten (EU-) Subventionen sich rein nach der Größe der Betriebe richten und nicht primär nach Kriterien von Tierwohl, Qualität und Umweltverträglichkeit? Sollte es wirklich günstiger sein,  Milchkälber quer durch Europa bis ins EU-Ausland zu karren und stattdessen hochgezüchtete Milchkälber aus den Niederlanden zu importieren? Gibt es dazu keine Alternative? Unsere Bauernfunktionäre reden uns ein, was für ein tolles Geschäft das Exportieren österreichischer Lebensmittel und Lebendtiere in die ganze Welt für uns Bauern ist. Bei der Abschaffung der Milchmengenregelung wurde uns eine rosige Zukunft prophezeit und das beste Geschäft aller Zeiten vorhergesagt. Aber das „große Fressen“ scheint alle (Industrie, Handel, Molkereien) satt zu machen, nur nicht uns Bauern!

Dieser Beitrag stammt aus unserer aktuellen Zeitschrift:

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Medienberichte

25.7.2019: schweizerbauer.ch: Milchproduktion: Produktionskosten nicht gedeckt
Rund 10 Cent (11 Rp.) je erzeugtem Kilogramm Milch haben in diesem Frühjahr den Milchbauern in Deutschland zur Kostendeckung gefehlt. Das ist laut Mitteilung der Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board vergangene Woche das Ergebnis von Berechnungen des Milch Marker Index durch das Büro für Agrarsoziologie & Landwirtschaft (BAL).

Die Unterdeckung der Milchproduktionskosten lag weiter bei 22 Prozent. (Bildquelle: MEG)

Juli 2019: Trofaiacher Nachrichten: kpoe-steiermark.at: Neue Einheitswerte bringen viele Bauern in finanzielles Desaster
Am 1. Juni ist Weltmilchtag. Die Bauernfunktionäre, Landwirtschaftskammerobmänner und -präsidenten und Landesräte schwärmen wieder aus um alle zu überzeugen, wie gesund unsere österreichischen Lebnesmittel sind und dass wir diese Qualität nur durch das Bekenntnis der Konsumenten zu unserer kleinbäuerlichen Landwirtschaft erhalten können.

Juli 2019: Trofaiacher Nachrichten: kpoe-steiermark.at: Schuld ist immer der Konsument?
Gedanken von Gabi Leitenbauer und Bernd Kaufmann zu Tierschutz, Umweltschutz und Regionalität und wie diese zusammenhängen.

10.7.2019: blickinsland.at: Europäischer Verband der Milchindustrie befürwortet Mercosur
Der Europäische Verband der Milchindustrie (EDA) begrüßt das Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Ländern.

23.6.2019: Kleine Zeitung: Plädoyer für mehr Qualität und Regionalität
Bernd Kaufmann, Milchbauer aus Trofaiach, wünscht sich eine völlige Trendwende in der modernen Agrarpolitik. Und er erklärt warum.

27.6.2019: topagrar.at: Kritik an SVB-Luxuspensionen
1.335 der 16.515 Pensionisten in den Sozialversicherungsträgern erhalten eine Zusatzpension über 3.500 € monatlich und damit mehr als ein ASVG-Versicherter an Höchstpension bekommen kann. Gemessen an der jeweiligen Anzahl an Versicherten haben die Versicherungen der Eisenbahner (VAEB) und der Bauern (SVB) die meisten Luxuspensionisten.

26.6.2019: orf.at: Warnungen vor EU-Megadeal mit Mercosur
Die EU könnte in Kürze einen der größten Freihandelsdeals ihrer Geschichte abschließen. Es geht um einen seit Langem geplanten Pakt mit dem Mercosur-Wirtschaftsraum, also Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay. Der soll die Wirtschaft ankurbeln – doch Kritiker warnen vor verheerenden Folgen für Umwelt, Klima und Europas Landwirtschaft. Einer der größten Risikofaktoren ist dabei das Rindfleisch.

7.6.2019: topagrar.com: Frankreich: Dorftiergeräusche sollen Kulturerbe werden
Der Hahnenschrei, das Muhen von Kühen und das Blöken von Schafen sollen in Frankreich nationales Kulturerbe werden. Der Bürgermeister eines kleinen Dorfes in Frankreich hat es satt.

 

Aufklärung im Almflächenstreit: Beitrag aus der aktuellen IG-MilchPost

Almbauern haben für die Futterfläche gar keine Förderung erhalten

Almbauer Johann Fuchs aus Unken hat im Umrechnungssystem zur Einheitlichen Betriebsprämie entdeckt, dass aus der zu Grunde gelegten Fläche kein Euro Förderung berechnet und ausbezahlt werden konnte. Weiterlesen…

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Faironika in Aktion bei Berge-Übung

Die Freiwillige Feuerwehr Gleisdorf hat Ende Mai 2019 eine Berge-Übung abgehalten. Dabei wurde an unserer Faironika das Anlegen des Bergegeschirrs geübt. Wir hoffen, dass die Feuerwehr-Mannschaft nun bestens für den Ernstfall vorbereitet ist und danken dem Feuerwehrtierarzt des Bezirkes Weiz, Mag. Johannes Kalcher, für die Übersendung der tollen Bilder!

Radiosendung Ö1 am 12.6. 2019 um 13:00 Uhr

12.6. 2019, 13:00 Uhr, Ö1, Sendung: “Punkt eins”

Prost Milch!

Zwischen Almwiesen und Melkroboter
Gäste: Thomas Stollenwerk, Autor “Schwarzweißbuch Milch”, Chefredakteur des Magazins Biorama und Ewald Grünzweil, Bio-Milchbauer aus Oberösterreich, Obmann der IG-Milch
Moderation: Natasa Konopitzky. Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79

Natasa Konopitzky spricht mit dem Autor Thomas Stollenwerk, Autor des “Schwarzweißbuch Milch” und dem oberösterreichischen Bio-Milchbauern Ewald Grünzweil über Milchimage, Milchmarkt und Milchproduktion: Welche Auswirkungen hatte das Ende der Milchquote auf den Milchmarkt? Warum könnten heimische Milchbetriebe ohne Subventionen nicht überleben? Unter welchen Bedingungen werden Milchkühe gehalten? Welche Auswirkungen hat die Technisierung der Ställe auf die bäuerlichen Arbeitsbedingungen und das Tierwohl? Und wo landet eigentlich die Milchüberproduktion?

https://oe1.orf.at/programm/20190612/556252/Prost-Milch

zum Nachhören: https://oe1.orf.at/player/20190612/556252

 

Medienberichte zum Aktionstag 31.5.2019

31.5.2019: noe.orf.at: Milchbauern kritisieren „Schüttgebühren“
Die IG-Milch übt Kritik an der Bundeswettbewerbsbehörde. Diese habe nichts dagegen unternommen, dass Bauern ihrer Gemeinschaft „Schüttgebühren“ bei Großmolkereien bezahlen müssten. Die Behörde weist den Vorwurf zurück.

31.5.2019: topagrar.at: Kritik an BWB und Großmolkereien
Nach dem Ende der Milchhandelsgesellschaft „Alpenmilch Logistik“ (ehemals „Freie Milch Austria“) mussten die Bauern zu den Molkereigenossenschaften zurückkehren. Die IG Milch kritisiert die Schüttgebühren von Berglandmilch und NÖM sowie das Einschlafen der BWB-Ermittlungen scharf.

Obmann Ewald Grünzweil und Ex-FMA-Geschäftsführer Ernst Halbmayr prangern die ihrer Überzeugung nach großen Missstände in der Molkereiwirtschaft an. (Bildquelle: Spanring)

30.5.2019: bauernladen.at: Milch macht Muckis
Am 1. Juni feierten wir den Weltmilchtag. Aber wir müssen auch reden: Über Muskelaufbau, das Comeback der Glasflasche, Bio und faire Preise.

30.5.2019: oekonews.at: Missstände am Milchmarkt gefährden KonsumentInnen und Klima
Die Lage am Milchmarkt ist nach wie vor sehr angespannt. Nur die starke Trockenheit letzten Jahres hat ein völliges Überlaufen des Marktes verhindert.

3.6.2019: medianet.com: IG Milch deckt Missstände in der Milchindustrie auf
In einer Pressekonferenz am 29. Mai 2019 anlässlich des Welt-Milch-Tages am 1. Juni informierten Mitglieder der IG Milch über die aktuell sehr angespannte Lage am Milchmarkt.

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Wien-Demo + Klimastreik 31.5.19

Gemeinsam mit ÖBV, FIAN, Attac und Netzwerk Soziale Verantwortung waren wir am Freitag, 31.5.19 wieder vor dem Raiffeisengebäude in Wien. Anschließend haben wir uns mit “FARMERS FOR FUTURE” bei der großartigen Klimademonstration mit Greta Thunberg für Klimagerechtigkeit eingesetzt!
Konzernmacht anprangern, Alternativen aufzeigen und AKTIV werden!

Fotos von Christopher Glanzl und IG-Milch – hier noch mehr Bilder

 

 

Missstände am Milchmarkt gefährden KonsumentInnen und Klima

Die Lage am Milchmarkt ist nach wie vor sehr angespannt. Nur die starke Trockenheit letzten Jahres hat ein völliges Überlaufen des Marktes verhindert. Trotzdem sind die Erzeugerpreise auf einem für diese Verhältnisse ausgesprochen niedrigen Niveau. Dies drückt auf die Stimmung am Land und lässt die Landflucht weiter zunehmen.
„Wir stehen am Land nicht vor einem Strukturwandel, sondern vor einem Strukturbruch“, so Ewald Grünzweil, Obmann der IG Milch. Der Niedergang des ländlichen Raums steht in ursächlichem Zusammenhang mit dem Niedergang der Preise für landwirtschaftliche Produkte. Doch anstatt darauf entschlossen und zukunftsweisend zu reagieren werden die alten Systeme fortgeschrieben. Noch mehr Produktion, mehr Intensivierung und Kapitalisierung sind die Standardrezepte in landwirtschaftlichen Fachschulen und in der Betriebsberatung. Gleichzeitig löst diese Entwicklung immer mehr Konflikte auf dem Land zwischen Landwirtschaft und der übrigen Bevölkerung aus.

„Wir von der IG-Milch haben alles unternommen um hier einen Systemwandel einzuleiten. Gemeinsam mit den Grünen Bäuerinnen und Bauern und der Via Campesina Austria haben wir vor vier Jahren ein Milchmanifest geschrieben, das heute aktueller ist denn je. Mit der Marke „A faire Milch“ haben wir seit nunmehr 13 Jahren einen direkten Anknüpfungspunkt an die KonsumentInnen“, so Ernst Halbmayr, Projektleiter A faire Milch.
Das notwendigste aber auch schwierigste Projekt war die Gründung der Erzeugerorganisation Freie Milch Austria. Leider war es nicht möglich diese so wichtige Initiative aufgrund der unfairen Wettbewerbspraktiken auf dem Milchmarkt zum Erfolg zu führen.

Der Gang zur Bundeswettbewerbsbehörde sollte unerträgliche Missstände in der Molkerei-Wirtschaft abstellen. Kritik am System wird mit Existenzvernichtung bestraft. „Ich habe das am eigenem Leib miterlebt“, so Ewald Grünzweil, Obmann der IG-Milch.
Viele Verträge einzelner Molkereien sind nicht zeitgemäß, sondern vermitteln den Eindruck von Leibeigenschaft. Es ist unverständlich, dass die Ermittlungen nach dem Regierungswechsel eingestellt wurden und grenzt an Staatskorruption. Kein Wunder, dass der Leiter der Bundeswettbewerbsbehörde kurz darauf von der österreichischen Molkereiwirtschaft zu einer Tagung eingeladen wurde. Ein Schelm, der hier einen Zusammenhang sieht. So sind viele Betriebe weiterhin in der marktbeherrschenden Stellung der Berglandmilch gefangen, ohne die Möglichkeit einer fairen Behandlung, geschweige denn einer gerechten Bezahlung ihrer Milch.

All dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Qualität der Milch, sondern auch auf das Klima. Die ständige Intensivierung und Leistungssteigerung bei den Milchkühen macht die Tiere krank. Kranke Kühe geben keine gute Milch und die Anzahl der kranken Kühe steigt mit jedem Tag, wo das alte System fortgeschrieben wird.
Gleichzeitig wird auch das Dauergrünland unwiederbringlich zurückgedrängt, was zu Humusverlust im Boden und zu zusätzlicher CO²-Freisetzung führt.

„Eigentlich müsste man ja verzweifeln angesichts dieser Umstände. Aber der Weltmilchtag ist ein guter Zeitpunkt um die vernünftigen Kräfte zu mobilisieren. Je mehr KonsumentInnen sich für die Hintergründe und Abgründe interessieren, desto wahrscheinlicher ist, dass sich doch noch etwas zum Guten hin wendet. Ich für meinen Teil habe beschlossen aus der Milchproduktion auszusteigen, aber das macht es auch leichter meinen IG-Milch-Freunden beizustehen“ so Ewald Grünzweil.

Bad Leonfelden, 29. Mai 2019

Rückfragehinweis:

Ewald Grünzweil
Obmann IG-Milch
0664 2023869
office@ig-milch.at
www.ig-milch.at

Ernst Halbmayr
ehemaliger Geschäftsführer Freie Milch Austria
Projektleiter A faire Milch
0664 9249635
halbmayr@aon.at

 

O-Ton Pressemappe:

Am 1. Juni 2019 ist Welt-Milch-Tag: IG Milch deckt Missstände in der Milchindustrie auf
29.05.2019

Ernst Halbmayr:
“Was sind die konkreten Missstände in der Milchindustrie?”

Ewald Grünzweil:
“Inwiefern gefährdet die Milchindustrie den Konsumenten?”

Ewald Grünzweil:
“Inwiefern gefährdet die Milchindustrie das Klima? ”

Ernst Halbmayr:
“Was ist problematisch an der Überproduktion von Milch in Österreich?”

Ernst Halbmayr:
“Was ist die IG Milch?”

Ernst Halbmayr:
“Wie kann man als Konsument feststellen, ob eine Milch fair produziert wurde?”

Gesamte Pressekonferenz:
“Missstände am Milchmarkt gefährden KonsumentInnen und Klima”

 

Aktionstag am 31. Mai 2019 + Streiken mit Greta!

Aktionstag für Klimagerechtigkeit von System Change not Climate Change
Aktion und Kundgebung #FarmersForFuture

Die Klimakrise zeigt deutlich: So kann es nicht weitergehen! Anlässlich des “Aktionstages für Klimagerechtigkeit” und des “Weltmilchtages” wollen wir aufzeigen, was aus unserer Sicht ein wichtiger Fortschritt wäre: Statt ein immer besseres Klima für Konzerne zu schaffen braucht es endlich Platz für Alternativen! Die Machtkonzentration durchzieht alle wichtigen Bereiche unseres Agrar- und Lebensmittelsystems: Ob bei Milch, Fleisch, Saatgut, bei Tierzucht, Düngemitteln, Digitalisierung, Pestiziden, Maschinen oder im Handel. Diese Machtkonzentration ist nicht gut für ein gutes Klima für alle. Durch diese Global Player wird ein Agrar- und Ernährungssystem befördert, das in die falsche Richtung geht. Wir wollen in der Klimakrise nicht von diesen Playern abhängig sein. Zusätzlich können Konzerne mit den ISDS-Sonderklagerechten in Handels- und Investitionsabkommen Regulierungen zum Schutz von Umwelt und Klima aushebeln. Deshalb fordern wir endlich Platz für Alternativen! Diese müssen demokratisch sein. Das wollen wir bei dieser Aktion zum Ausdruck bringen und rufen zur Beteiligung auf! Hinkommen und mitmachen! #FarmersForFuture

Aufruf von Nyéléni Austria  – Bewegung für Ernährungssouveränität, ÖBV-Österreichische Berg- und Kleinbäuer_innen Vereinigung, IG-Milch, FIAN Österreich, Attac, Netzwerk Soziale Verantwortung, Südwind

www.ernährungssouveränität.at   www.klimacamp.at/aktionstag

 

Wir werden dann auch noch bei der Klimastreik-Aktion Fridays for Future Austria am Heldenplatz dabei sein!

Beginn 11.55 Uhr

Fridays For Future Austria wird bei einem gemeinsamen Streik mit Greta Thunberg in Wien ein Zeichen setzen, um die Entscheidungsträger*innen aufzufordern, gegen das Fortschreiten des Massenaussterben und der Klimakrise vorzugehen. Greta wird dazu eine Rede halten, ebenso Vertreter*innen der österreichischen Fridays For Future Ortsgruppen.

 

Streiken wir zusammen mit Greta! Farmers for Future streiken mit! Streiken wir alle mit!

FB Banner

Wir spüren tagtäglich und direkt die Folgen der Klimakrise und des Artensterbens. Wir wollen gute Lebensmittel für alle produzieren. Damit das auch in Zukunft möglich ist, brauchen wir endlich neue Wege! Wir wollen eine Landwirtschaft, die nicht die eigenen Grundlagen zerstört. Weiter wie bisher ist keine Option!

Es braucht mehr neue Bauernhöfe! Für Agrarökologie! Für Vielfalt und Klimagerechtigkeit! Deshalb streiken wir!

Busfahrplan zur Wien-Aktion:
Abfahrtszeit        Treffpunkt
05:00 Uhr            Vorderweissenbach
05:05 Uhr            Grünzweilreith
05:10 Uhr            Bad Leonfelden
05:15 Uhr            Stiftung
05:20 Uhr            Zwettl/Rodl
05:30 Uhr            Glasau
05:40 Uhr            OBI, Freistädter Straße 302, 4040 Linz
06:20 Uhr            Landzeit St. Valentin
06:40 Uhr            Parkplatz Autobahnabfahrt Amstetten West
07:05 Uhr            Autobahnabfahrt Ybbs
ca. 8:00 Uhr       Ankunft Wien

ca. 13:00 Uhr      Rückfahrt

Wer noch weitere Zustiegsmöglichkeiten sucht, bitte im Büro oder beim Ansprechpartner melden!

 

EINLADUNG PRESSEGESPRÄCH

Die IG-Milch lädt anlässlich des Weltmilchtages zum Pressegespräch:

Mittwoch, 29. Mai,  10:30 Uhr

Das Lokal im Hof KG, ehemalige Zentrale der Alpenmilch
Viktorgasse 22 / Weyringergasse 36
1040 Wien

Thema: Missstände am Milchmarkt gefährden KonsumentInnen und Klima

Teilnehmer:
Ewald Grünzweil, Obmann IG-Milch
Ernst Halbmayr, ehemaliger Geschäftsführer Freie Milch Austria
Johann Furtmüller, ehemaliger Geschäftsführer Bio Molkerei Lambach

 

Medienberichte

22.5.2019: krone.at: Vor der EU-Wahl: Steirische Bauern kämpfen gegen Bürokratie-Wahn
Vor der EU-Wahl am Sonntag wird die Forderung wieder ganz laut: endlich weg von überbordender Bürokratie! Vor allem steirische Bauern wenden Dutzende Stunden im Monat für den Amtsschimmel auf und wollen sich nicht mehr „überregulieren“ lassen; die Lebensmittelkennzeichnung wird gar als Schikane gesehen.

20.5.2019: schweizerbauer.ch: Milchbauern «sterben» langsamen Tod
Das Bekenntnis zur bäuerlichen Landwirtschaft ist eine Standardphrase der deutschen Politik. In Wahrheit stirbt die bäuerliche Landwirtschaft einen langsamen Tod, wie das Beispiel der chronisch defizitären Milchproduktion in Deutschland zeigt.

17.5.2019: sn.at: “Rettet die Kühe auf unseren Wiesen”
Milchpreise im Keller, Bauernsterben und trotzdem eine Überproduktion am Milchmarkt. Durch die Orientierung auf den Weltmarkt kommen unsere Kleinbauern still und leise unter die Räder.

14.5.2019: meinbezirk.at: Das ist “freie Marktwirtschaft”!
Die Landwirtschaft ist schon seit Jahren aus den Rudern gelaufen. Ein Appell an die Landwirte also: Lasst euch nicht von eurer Kammer und dem Ministerium so fehlleiten! Letztendlich werdet wieder IHR den Preis dafür bezahlen, dass andere das große Geld machen können. Ihr zerstört eure eigenen Lebensräume! Nachhaltigkeit schaut anders aus!

Weiterlesen…

Faironika zu Gast!

Unsere Faironika hat sich in der zweiten Mai-Woche auf den Weg nach Graz gemacht zu den Schülern der HLW Schrödinger.

Dort war sie nicht nur sehr beliebt, sie hat auch im Rahmen der Aktion “White Friday – White T-Shirt” für Aufklärung zu Themen rund um Klima und Ernährung gesorgt: wie z.B.

“Was hat Fleisch mit dem Klima zu tun?”

Wir danken Frau Magister Sabine Stegmüller-Lang für die Organisation!

   

 


Weitere aktuelle Berichte