Freiheit und Fairness erfordern Mut und Selbstverantwortung.
IG-Milch, Februar 2015

Buchvorstellung

„Mein Einsatz für bäuerliche Zukunft. Die Revolution für eine demokratische Ernährungspolitik hat begonnen“

Mein Einsatz für bäuerliche ZukunftAuszug aus dem Buch über die IG-Milch bei der Wien-Aktion (vor dem Raiffeisengebäude):

… Es herrschte dicke Luft. Enorme Spannung war da. Die Gruppe zeigte Nerven wie Drahtseil. Einige Herren im dunklen Anzug wirkten angespannt. So etwas war noch nie da. An den Fensterscheiben des Glasturmes in Wien, in dem im 20. Stockwerk Österreichs Milchproduktion zu 95 Prozent verwaltet wird, drückten sich Menschen die Nase platt, während der Bauer Grünzweil, in seiner besonnenen und humorvollen Art weitere Interviews abwickelte. Das ist die IG-Milch! Sie war mit diesem rebellischen, mutigen Akt am Machtzentrum der österreichischen Agrarpolitik angekommen. Das war spürbar. Sie läutete damit eine neue Epoche der Agrarpolitik ein, bei der die Milchbauern mehr mitzureden haben sollten. Die alte Untertänigkeit wurde damit ein Stück weiter aufgelöst. …

 

Franz Rohrmoser

 

Franz Rohrmoser:

auf einem Bauernhof im Salzburger Innergebirge geboren, Gründer der Österreichischen Berg- und Kleinbäuer_innen-Vereinigung (ÖBV), Konfliktforscher, Mitautor des Buches “Im Kampf um Ihre Rechte”
www.bauernkonflikte.wordpress.com

 

 

 

 

7.2.2018: sn.at: Ein bewegtes Leben im Dienst der “Hilfe zur Selbsthilfe”
Mehr als 40 Jahre Entwicklungshilfe im In- und Ausland, zehn Jahre Kampf mit Parkinson und mehr – der Kuchler Franz Rohrmoser hat in seiner jetzt erschienenen Autobiografie viel zu erzählen.

 

Am 21. Februar um 19:30 Uhr ist Franz Rohrmoser Gast beim Biobauernstammtisch im Gasthaus Mesnersölde, Utzenaich und stellt dort sein neues Buch vor.

Bei diesem Termin sind auch Agrarpolitik-Interessierte, die nicht selber Biobauern sind, sehr herzlich willkommen.

 

Filmtipp: BAUER UNSER

bauer-unser-filmplakat


BAUER UNSER

14.2.2018, 18.00 Uhr

Stadtmuseum Bruck/Mur

Filmvorführung mit anschließender Diskussion

 

Regisseur Robert Schabus beleuchtet in seinem Film alle Facetten der Landwirtschaft und bringt so manche Vorstellungen durcheinander.

Die Bäuerinnen und Bauern produzieren die Lebensmittel. Der Handel vertreibt die Lebensmittel. Wir alle kaufen die Lebensmittel. Man möchte meinen, alle in diesem Kreislauf profitieren von diesem Verhältnis untereinander. Die Realität in der Landwirtschaft, in der Agrarpolitik und im Handel stellt sich aber gänzlich anders dar.

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Die neue BauernPost ist da!

Die Plattform „Wir haben es satt“ hat die 3. Ausgabe der alternativen BauernPost produziert. Am Montag, den 29.1.2018, bei der Eröffnung der Wintertagung des Ökosozialen Forums mit dem Titel „Von Milchseen zur Butterknappheit. Was kommt als Nächstes?“, wird mit der BauernPost gezeigt wie eine demokratische Lebensmittelpolitik der Zukunft aussieht.  Zum Eröffnungstag werden Elisabeth Köstinger, Nachhaltigkeitsministerin, Georg Strasser, Präsident des Österreichischen Bauernbundes und Helmut Brunner, Bayerischer Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erwartet.

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Medienberichte

10.2.2018: landwirt.com: Den Bauernhof ums Eck erhalten
Die Gemeinsame Agrarpolitik hat die EU zum Exportweltmeister von Agrargütern und Lebensmitteln gemacht. Niedrige Bauerneinkommen sind die Kehrseite der Medaille. Ein Kommentar von Roman Goldberger. Seit mehr als 20 Jahren wirtschaften wir Bauern nach den Regeln der Gemeinsamen Agrarpolitik. Es ist eine Politik der Liberalisierung, deren Ziel es ist, international wettbewerbsfähig zu sein. Das hat die EU geschafft. Wir sind der größte Nettoexporteur von Agrarprodukten und haben zu Jahresende 2017 wieder einen neuen Exportrekord aufgestellt. mehr

9.2.2018: krone.at: Bonus-Malus-System: Wieder Aufregung um das Milchgeld für Bauern
Viele Tiroler Bauern sind sauer. Genauer gesagt viele von jenen, die die Tirol Milch beliefern. Die zur Berglandmilch gehörende Molkerei hat ein neues Bonus-Malus-System eingeführt. Wer mehr Milch liefert, bekommt weniger. Das trifft jene doppelt, die im Vorjahr freiwillig ihre Menge reduziert haben.

2.2.2018: onetz.de: Milcherzeuger haben Angst vor dem nächsten Preissturz: Wie der Milchpreis fair wird

 

Bergeübung der FF Freistadt

Unsere Faironika unterstützte die FF Freistadt heuer bei der Bergeübung am 8.2.2018:

IG-Milch, A faire Milch, Faironika

Faironika bei Berge-Übung der FF Freistadt

Medienberichte

30.1.2018: tagesspiegel.de: Protest gegen EU-Agrarpolitik: Wegwerfware Milch
Die EU hortet 400.000 Tonnen Milchpulver und kauft ab sofort keines mehr auf. Die Maßnahme dürfte den Milchpreis wieder unter Druck setzen.

29.1.2018: viacampesina.at: Wintertagung: Milchseen und Butterknappheit sind die logische Folge einer verfehlten Agrarpolitik, wir wollen Lösungen!

29.1.2018: topagrar.com: Verbraucher würden für “ethische Milch” mehr bezahlen
Ein Großteil der Verbraucher in Deutschland ist bereit für eine Milch mit ethischen Attributen mehr zu bezahlen, wenn bei der Produktion Faktoren wie eine tiergerechtere Haltung, Artenschutz, faire Preise für die Landwirte oder eine regionale Erzeugung verwirklicht werden.

28.1.2018: n-tv.de: 380.000 Tonnen eingelagert, EU sitzt auf Bergen von Milchpulver: Die Milchpreiskrise scheint überstanden, doch der langfristigen Erholung des Marktes stehen Hunderttausende Säcke Milchpulver entgegen. Die EU hatte sie gekauft, um den Bauern beizuspringen, als die Preise einbrachen. Jetzt muss sie selbst billig verkaufen.

23.1.2018: hasepost.de: Zehn Prozent der Milchbauern haben binnen zwei Jahren aufgegeben

23.1.2018: agrarheute.com: BayernMEG fordert EU-weites Reinheitsgebot für Milchaustauscher
Nach Auffassung von Markus Seemüller, Geschäftsführer der BayernMEG, kann ein EU-weites Reinheitsgebot für Milchaustauscher helfen, drohende Überschüsse am Milchmarkt zumindest zu lindern. agrarheute hakt nach.

21.1.2018: kurier.at: Grüne Woche: Ein Prosit auf die Landwirtschaft
Die Agrarmesse in Berlin zieht Agrarier, Städter und jene an, die die Sau raus lassen wollen.

20.01.2018: zdf.de: Für Ökolandwirtschaft “Wir haben es satt”: Bauern setzen Zeichen
Sie “haben es satt”: Tausende Bauern und Umweltaktivisten setzen bei der Grünen Woche mit einem Protestmarsch ein Zeichen gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft. https://www.zdf.de/politik/laenderspiegel/bauernprotest-in-berlin-100.html

16.1.2018: topagrar.com: Guhl: Bauern melken sich in die nächste Krise
Nach drei Monaten des Aufatmens stehen für Peter Guhl, Vorstandsvorsitzenden der MEG Milch Board, die Zeichen wieder auf Sturm. Der Butterpreis habe in den letzten Wochen viel von seiner marktstützenden Wirkung verloren, die Preise für Milchpulver blieben unterirdisch, und auch im so wichtigen Käsesegment sehe es nicht gut aus. Alles in allem führe dies aktuell leider zu deutlichen und zügigen Milchpreisrückgängen. Fraglich sei nur: Wie weit werden die Preise sinken und steuern die Erzeuger bereits wieder auf eine neue Milchpreiskrise zu? Lesen Sie mehr auf: https://www.topagrar.com/news/Rind-Rindernews-Guhl-Bauern-melken-sich-in-die-naechste-Krise-8985984.html

12.1.2018: tt.com: „Das System Milch“: Albträume mit Athleten im Stall
Der Südtiroler Regisseur Andreas Pichler erzählt im TT-Interview von Auswüchsen und Alternativen zum „System Milch“.

12.1.2018: agrarheute.com: Frankreich plant Gesetz gegen Preisdumping
Die französische Regierung will ein Gesetz gegen den Verkauf unter Einstandspreisen im Lebensmitteleinzelhandel auf den Weg bringen. Supermärkte sollen demnach den Erzeugern mindestens den Produktionspreis zahlen.

12.1.2018: bayerische-staatszeitung.de: Die Macht der Verbraucher
Immer mehr Unternehmen verbannen Glyphosat aus der Erzeugerkette – weil die Konsumenten das Herbizid ablehnen

5.1.2018: topagrar.at: Milchanlieferung deutlich über Vorjahr
Die Milchanlieferung an die österreichsichen Molkereien stieg in den letzten Monaten des Jahres 2017 immer stärker an. Laut letzter Erhebung der AMA lag die Anlieferung im November im Vergleich zum Vorjahr um 10,2 % höher. Insgesamt hebt sich die Milchmenge immer stärker vom Vorjahr ab.

4.1.2018: gmeiner-meint.blogspot.co.at: Politik für die Bauern? Oder Showprogramm für die Gesellschaft?

Medienberichte

23.12.2017: ooe.orf.at: Gmundner Molkerei zahlt weniger für Milch
Schlechte Nachrichten für die Milchbauern in Oberösterreich kommen von der Gmundner Molkerei. Sie senkt mit Jahresbeginn den Preis für Rohmilch um 3,2 Cent pro Kilo. Zuletzt lag der Preis bei rund 40 Cent.

20.12.2017: sueddeutsche.de: Aldi bereitet strenge Glyphosat-Kontrollen vor
In einem Brief verlangt der Discounter von den Lieferanten genaue Informationen über die Verwendung des umstrittenen Unkrautvernichters. Geht es um die Gesundheit der Kunden? Oder um einen Marketing-Gag?

19.12.2017: agrarheute.com: Milchpreis: Spotmilch stürzt unter 20 Cent
Die Preise für die zwischen den Molkereien gehandelte Spotmilch sind Ende Dezember dramatisch abgestürzt.

19.12.2017: topagrar.at: Mehr Bio- als konventionelle Milch
In den Monaten Jänner bis Oktober 2017 stieg die Gesamtmilchanlieferung in Österreich im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um 2,5 % oder 69 Mio. kg an.

18.12.2017: vorarlberg.orf.at: Wie die Milchproduktion im Ländle funktioniert
Damit der Konsument täglich Milch konsumieren kann, müssen Milchkühe immer wieder besamt werden. Die Milchproduktion ohne Förderungen wäre unrentabel. Ein Blick hinter die Kulissen.

17.12.2017: tt.com: Bauernbund und Kammer: Verflechtung im Visier
Dass über die Bauernkammer auch der „Parteitag“ des VP-Bauernbunds organisiert wird, sorgt für Kritik. Präsident Hechenberger verweist auf die strikte Trennung.

13.12.2017: derstandard.at: Landwirtschaftskammer: Ist da ein Wolf im Schafstall?
Userkommentar Franziskus Forster: Statt einer Diskussion der Pflichtmitgliedschaft brauchen wir eine Debatte über die Pflichten gegenüber den Mitgliedern – und gegenüber der Gesellschaft. Aktuell kommen einige Fragen zu kurz. Etwa: Was ist eigentlich eine öffentlich-rechtliche Interessenvertretung?

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Jahreshauptversammlung 2017

Die heurige Jahreshauptversammlung fand am 9.12.2017 wieder in Steyr beim Gasthaus “Wirt im Feld” statt. Sie war auch heuer wieder gut besucht und die Ehrengäste waren Frau Julianna Fehlinger von der Österreichischen Berg- und Kleinbäuer_innen Vereinigung (ÖBV) und Herr Franz Rohrmoser, Konfliktforscher.

Hier ein paar Eindrücke dazu:

Ewald Grünzweil, IG-Milch, A faire Milch, Faironika, Jahreshauptversammlung

Jahreshautpversammlung 2017

 

TV-Filmtipp

ARTE zeigt den Dokumentarfilm “Das System Milch” am Di. 21.11.2017, 20.15 Uhr;
Nächste Ausstrahlung : Freitag, 8. Dezember um 09:25

Milch ist Big Business. Die Doku “Das System Milch” zeigt die Machenschaften der globalen Milchindustrie und die Folgen für Tiere, Umwelt und Menschen.utopia.de

https://tvheute.at/…/send…/das-system-milch-doku_-1148653855

 

Medienberichte

29.11.2017: kleinezeitung.at: Glyphosat: Breite Front für nationales Verbot in Österreich
Nach EU-weiter Verlängerung: Spar-Vorstandschef fordert österreichweites Glyphosatverbot. Auch einige Molkereien und Pflanzenhändler Bellaflora für Verbot.

28.11.2017: kaernten.orf.at: Kärntner Milch überlegt Glyphosat-Verbot
Die Oberkärntner Molkerei „Kärntner Milch“ will künftig ihren Milchlieferanten verbieten, das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat einzusetzen. Die Entscheidung soll in der nächsten Woche fallen. 1.250 Milchbauern beliefern die Molkerei.

27.11.2017: diepresse.de: Warum Deutschland bei Glyphosat umfiel
Die verlängerte Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters hat auch wirtschaftliche Hintergründe. Sie ist dennoch falsch und wird sich langfristig rächen.

27.11.2017: tagesspiegel.de: Studie: EU-Agrarpolitik ist widersprüchlich und veraltet
Die Gemeinsame Agrarpolitik sichert sowohl das Einkommen der Landwirte als auch die Lebensmittelsicherheit in der EU. Aber sie ist veraltet und muss radikal geändert werden, lautet das Ergebnis einer Studie von Nichtregierungsorganisationen und Europaabgeordneten. Samuel White

23.11.2017: cbo.fro.at: Radio AGEZ-Radio Helsinki: Vergossene Milch?
Zusammenschnitt der Veranstaltung „Vergossene Milch?“ von Leonie Groihofer, die am 18. September 2017 im Welthaus Graz stattgefunden hat.

Preise im Keller, Bauernsterben und trotzdem Überproduktion am Milchmarkt. Durch Orientierung auf den Weltmarkt kommen Kleinbauern unter die Räder. Wie kann aber eine Landwirtschaft aussehen, die gleichzeitig sozial und ökologisch nachhaltig ist und ohne Dumping von Überschüssen auskommt?

Darüber diskutieren: Ewald Grünzweil (IG-Milch), Karl Buchgraber (Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein), Stephan Pöchtrager (Werner Lampert Beratungsges. m. b. H., Projektmanagement)

22.11.2017: agrarheute.com: Milch: FrieslandCampina beschließt Krisenmaßnahmen
Der Mitgliedsrat von FrieslandCampina hat einer vorübergehenden vorläufigen Maßnahme zugestimmt, falls die Milchbauern im Frühjahr wieder zuviel Milch anliefern.

10.11.2017: agrarheute.com: Milchmarkt: Bayerischer Landtag will Mengensteuerung
Am Donnerstagabend hat der Bayerische Landtag fraktionsübergreifend beschlossen, dass es ein EU-weites Instrument zur Mengenreduzierung in Krisenzeiten braucht.

 

Franz Rohrmoser: Die IG-Milch und die kritische Bürgerbewegung

Die IG-Milch und die kritische Bürgerbewegung

Von Franz Rohrmoser

Manchmal glauben wir es aus der Sicht einer Bauernorganisation gar nicht, wie viele kritische KonsumentInnen und BürgerInnen sich kritisch und kompetent mit der Agrarpolitik auseinandersetzen. Die IG-Milch ist dabei ein geachteter Gesprächspartner. Das hat sich in den letzten Herbstmonaten wieder bei drei Veranstaltungen gezeigt.

Gauting bei München

Ein Medium, über das die IG-Milch in diesem Jahr wieder sehr bekannt wurde, ist der kritische Film „Bauer unser“ von Robert Schabus, in dem ja bekanntlich IG-Milch-Obmann Ewald Grünzweil mehrmals sehr markant und auch provokativ auftritt. Das wirkt bis nach Deutschland und so wurde Ewald am 13. September von einer kritischen Bürgergruppe nach Gauting im Landkreis Starnberg, südwestlich von München, zu einer Filmvorführung „Bauer unser“ mit anschließender Diskussion geladen. Ernst Halbmayr und ich begleiteten Ewald und wir nutzten dabei die Fahrtzeiten mit der Bahn für interne Gespräche, wie es mit der IG-Milch weitergehen kann und wird.

Die Moderatorin der Veranstaltung Christiane Lüst, die uns bei der Ankunft empfängt, betreibt in der Kleinstadt Gauting ein Umweltzentrum mit Fair-Café und einen Fairtrade Hofladen. Sie ist eine sehr energische, starke Frau. Christiane Lüst ist die Gründerin des Netzwerkes „Aktion GEN-Klage“ mit dem Ziel, die Einführung der Agrogentechnik in Europa auf juristischem Weg zu stoppen. Inzwischen haben sich ihrer Aktion GEN-Klage über 60 Organisationen aus Europa, Asien, Amerika und Afrika angeschlossen. Sie definieren den Schutz vor Gentechnik als Menschenrecht und kontrollieren, ob die Regierungen das auch einhalten. Bei Nichteinhaltung wird dies auf juristischem Weg eingefordert und öffentlich gemacht und sie zwingen dabei die Regierungen, die allgemein die UNO-Menschenrechte angenommen und beschlossen haben zur Umsetzung. Das ist ein sehr wirksamer Ansatz wo jeder, jede etwas bewirken kann, betont Christiane.

Der Film „Bauer unser“ und das anschließende Gespräch wurde im Kino der Klein-stadt Gauting aufgeführt. Ewald Grünzweil stellte sich anschließend der Debatte und kam beim Publikum sehr gut an. Die Diskussion mit der bewährten Moderatorin Christiane Lüst war ein Erfolg. Gesprochen wurde über unterschiedlichste Themen und Probleme der heutigen Landwirtschaft, deren Vermarktung und Verbrauchern. Ewald konnte alle Fragen beantworten und zeichnete sich – wie der Veranstalter es in einem Bericht nachher schrieb – durch sein enormes Fachwissen aus. Er erklärte auch das im Jahr 2016 in Österreich von der IG-Milch veröffentlichte „Milch-Manifest“. So wurde festgestellt, dass Probleme in der Österreichischen und der Deutschen Landwirtschaft oft ähnlich gelagert sind. Gleiche oder ähnliche Forderungen sollten also auch – gerade jetzt, in der Zeit der Bundestagswahl in Deutschland – und auch in Europa angedacht und erhoben werden. Das Milch-Manifest wurde an Teilnehmer verteilt und mit Interesse angenommen.

Nach der Diskussion ließen wir bei einem Feierabendbier den interessanten und für viele Teilnehmer lehrreichen Abend ausklingen.

Welthaus Graz

Eine zweite Veranstaltung, in der die Verbindung der IG-Milch mit kritischen Bürgerbewegungen sichtbar wurde, fand am 18. September im Welthaus Graz statt. Man kennt sich über die Plattform „Wir haben es satt“, wo neben der ÖBV unter anderen auch Dritte Welt Organisationen, darunter das Welthaus beteiligt sind. Zu dieser Diskussion im Welthaus Graz wurde wiederum Ewald Grünzweil als Experte geladen. Weitere Experten waren: Stephan Pöchtrager (Werner Lampert Beratungs Ges. m. b. H.) und Karl Buchgraber (Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein). Die Diskussion moderierte Markus Meister vom Welthaus. Von der IG-Milch war noch Bernd Kaufmann anwesend, der sich in einer sehr kritischen Wortmeldung einbrachte. Es ging um die schwierige Lage der Bauern – hier bei uns und weltweit -, Billigpreise und Butterengpässe, der Klimawandel und Wetterextreme, die Rolle der Handelsketten und die Macht der KonsumentInnen. Das waren einige der Themen, über die die Expertenrunde Montagabend im Grazer Welthaus diskutierte.

Das Publikumsinteresse war groß, wie auch die vielen Fragen an die Experten zeigten. Als Ewald Grünzweil als Milchbauer mit 40 Kühen und als Obmann der IG-Milch sagte: “Wenn die Bedingungen nicht besser werden, weiß ich nicht ob es mit meinem Hof nach mir weitergeht“, ließ das die Zuhörer aufhorchen. Stephan Pöchtrager erklärte durchaus spannend wie die Lampert-Gruppe es schafft, dass ein Billiganbieter, wie der Hofer, einzelne, regional definierte Spezialprodukte mit einem höheren Preis verkauft, um auch den Bauern einen höheren Preis zu zahlen. Karl Buchberger von Raumberg-Gumpenstein zeigt sich als gewiefter Politiker, der zwar die notwendigen Neuerungen recht gut kennt und auch vertritt, aber gleichzeitig auch die gängige Agrarpolitik in Schutz nimmt.

Im Rahmen der Veranstaltung in Graz fand auch ein Gespräch mit dem Grazer Professor für Soziologie Franz Höllinger statt, der im Sommer gemeinsam mit Ernst Halbmayr in einer Radiosendung diskutierte. Es ging um eine mögliche Zusammen-arbeit, wobei bisher keine besondere Möglichkeit sichtbar wurde.

City-Kino in Steyr

Eine dritte Veranstaltung fand ein Monat später am 18. Oktober im City-Kino in Steyr statt, dort wo auch die letzte Jahreshauptversammlung der IG-Milch war. Gezeigt wurde der sehenswerte Dokumentarfilm „Das System Milch“ von Andreas Pichler. Es wird auf erschreckende Weise gezeigt, wie die europäische Milchwirtschaft auf Abwege geraten ist. Hier vertrat Ernst Halbmayr die IG-Milch und bereicherte mit seinem großen Wissen die anschließende Diskussion neben dem kritischen Tierarzt Dr. Vinzenz Loimayr aus der Region Steyr. Auch Ewald Grünzweil, Erwin Thumfart und Thomas Schmidthaler mit Frau, sowie Stefan Scheipl nahmen von der IG-Milch teil.

Der Filmemacher Andreas Pichler, geboren 1967 in Südtirol, ist ein gelernter Profi. Er arbeitet in Deutschland und hat schon mehrere berühmt gewordene Filme gemacht und hat Auszeichnungen dafür erhalten. Sein Film „System Milch“ zeigt in einer anderen Form die gleiche Grundproblematik auf wie der Film „Bauer unser“ von Robert Schabus. Der von der Agrarpolitik selbst gemachte Wachstumswahn und Verdrängungswettbewerb zwischen Bauern geht von der Illusion aus, dass wir unsere Milch in den asiatischen Ländern verkaufen können. Der Film zeigt aber auch auf der fundierten Basis des Welternährungsberichtes klar und beeindruckend auf, dass die künftige Welternährung nicht die agrarindustriellen Großbetriebe sichern. Diese Ernährung wird nur gesichert durch eine lokale, bäuerliche Produktion, mit breit gestreuten Kleinbetrieben vor Ort, die mit biologischem Anbau, direkt vom Menschen essbares Getreide und Gemüse erzeugen und wo Kühe die natürliche Ressource Gras, das der Mensch nicht essen kann, wunderbar in Milch und Fleisch verwandeln. Wenn eine solche Produktion in regionaler, direkter Verbindung mit der lokalen Bevölkerung erfolgt, kann sie am besten die Welternährung mit wenig Energieaufwand sichern.

Fazit

Die drei Veranstaltungen zeigen eindrucksvoll wie verschiedene Gesellschafts-gruppen sich auf hohem Niveau, in unterschiedlichen Formen sich mit Bauern, Ernährung und Agrarpolitik befassen. Sei es die Gruppe im Raum München, die hoch effizient Gentechnik verhindert. Oder das Welthaus Graz zeigt uns wie Organisation, die sich für Entwicklungshilfe einsetzen, auch die Agrarpolitik bei uns studieren und die Öffentlichkeit aufmerksam machen, wenn wieder Milchpulver mit Dumpingpreisen nach Afrika gebracht wird und dort die eigenen Bauern zerstört. Und der neue Film „System Milch“ von Andreas Pichler zeigt wie immer mehr professionelle Filme-macher, die Probleme aufgreifen. Für Bauern, Bäuerinnen kann und soll das ein Ansporn sein:

  • Erstens entsteht immer mehr Wissen über die Zustände und Zusammen-hänge. Das mögen unsere Eliten nicht. Dieses Wissen ist also eine wesentliche Voraussetzung für notwendige Änderungen, es ist jedenfalls ein wesentliches Potential für Veränderungen.
  • Zweitens entstehen aus diesem Potential immer mehr Möglichkeiten der Kooperation zwischen Erzeugern und Verbrauchern.
  • Drittens stellt sich dabei aber die Frage ob Bäuerinnen und Bauern überhaupt noch das Interesse, den Mut, die Kraft und die Zeit aufbringen dieses Potential und Möglichkeiten für sich und die bäuerliche Zukunft zu nutzen.

Ewald Grünzweil hat mich als Begleiter zu allen drei Treffen mitgenommen, ich fand es spannend und bereichernd, dass ich mit dabei war.

 

Franz Rohrmosers “Offener Brief an Bundesminister Andrä Rupprechter”

Offener_BRIEF_an_BM_Rupprechter-1

Offener Brief an Bundesminister Andrä Rupprechter

Offener_BRIEF_an_BM_Rupprechter – Download

 

Neues Attac-Buch: Entzauberte Union. Warum die EU nicht zu retten und ein Austritt keine Lösung ist

Der europaweite Aufstieg rechter und rechtsextremer Parteien findet in Österreich seine Fortsetzung. Ein Hauptgrund dafür ist die zunehmende soziale Spaltung der Gesellschaft: Die Mehrheit sieht ihr Stück vom Kuchen immer kleiner werden. Wenn das so ist, sollen immer weniger Menschen überhaupt etwas vom Kuchen bekommen, so die angebliche Lösung.

Wer glaubt, „mehr EU“ wäre die Antwort auf das Erstarken der Rechten, wird enttäuscht werden. Denn in ihrem Kern ist die EU selbst ein Raum verschärfter Konkurrenz – sowohl zwischen den EU-Staaten als auch auf globaler Ebene.

Mit unserem neuen Buch „Entzauberte Union. Warum die EU nicht zu retten und ein Austritt keine Lösung ist“ liefern wir den Anstoß für einen neuen Umgang mit der EU: Hat die EU überhaupt das Potenzial, jenes „soziale und demokratische Europa“ zu werden, das uns seit Jahrzehnten als politisches Idealbild präsentiert wird?

Um Antworten darauf zu finden ist es nötig, viele unserer liebgewonnenen EU-Bilder zu entzaubern. Doch wenn die EU nicht zu retten und auch eine Rückkehr zum Nationalstaat keine Lösung ist – was dann?

 

Jetzt im Attac-Shop bestellen

herausgegeben von Attac Österreich

Download: Leseprobe

Mandelbaum Verlag, edition Kritik & Utopie
250 Seiten, EUR 15,00
ISBN: 978-3854766698

 

Medienberichte

31.10.2017: schweizerbauer.ch: Fertig mit Kraftfutter für Milch
Weniger ausländisches Kraftfutter entlastet den Milchmarkt und die Umwelt, spart Kosten und stärkt die Positionierung der Schweizer Milch, schreibt die Agrarallianz.

30.10.2017: wallstreet-online.de: Frankreich: Schlimmster Butternotstand seit dem Zweiten Weltkrieg
Der Preis für Butter am Weltmarkt hat sich innerhalb eines Jahres verdreifacht. In Frankreich kommt es indes zu Lieferengpässen. Auch Deutschland ist von massiven Preissteigerungen betroffen.

28.10.2017: topagrar.com: Milch-Boom in Irland und kein Ende?
Bis 2020 wollte Irland seine Milchmenge verdoppeln, jetzt erreicht die grüne Insel dieses Ziel schon nächstes Jahr. Wie viel mehr Milch kommt noch? Vollgas nach dem Quoten-Ende: Mit Neueinsteigern, mehr Kühen und höheren Leistungen steigerte Irland die Milchanlieferung bis 2016 um 1,1 Mio. t auf 6,7 Mio. t. Damit kamen knapp 20% der zusätzlichen Milch der EU im letzten Jahr aus Irland.

25.10.2017: Molkerei Berchtesgadener Land: Glyphosat-Verbot für Bauern
Die Molkerei Berchtesgadener Land verbietet Bauern die Nutzung des Umkrautvernichters Glyphosat. Piding/Brüssel – Im Gegensatz zur EU-Kommission hat die Molkerei Berchtesgadener Land am Mittwoch eine Entscheidung zum Thema Glyphosat gefällt: Einstimmig beschloss der Aufsichtsrat der Genossenschaft, seinen Zulieferern den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichters mit sofortiger Wirkung zu untersagen. Das sagte Geschäftsführer Gerhard Pointner dem „Münchner Merkur“.

19.10.2017: kleinezeitung.at: Butter könnte bald wieder billiger werden, Milch wird teurer
Butterpreis sinkt ab November in Deutschland. Dafür werden andere Molkereiprodukte teurer.

19.10.2017: science.orf.at: Deutlich weniger Vögel und Insekten
In Deutschland ist die Zahl der Vögel und Insekten laut zwei neuen Studien in den vergangenen Jahren deutlich geschrumpft. Die Ursachen dafür sind nicht sicher, aber intensive Landwirtschaft und Umweltgifte dürften eine Rolle spielen.

17.10.2017: topagrar.at: Nach Glyphosateinsatz auf Grünland denkt Molkerei über Konsequenzen nach

15.10.2017: br.de: Arbeitsbelastung der Landwirte Bauernfamilien leiden immer öfter unter Burnout
Die Werbung gaukelt uns ein romantisches Bild der Landwirtschaft vor: Glückliche Kühe, sonnengebräunte Bauern, Blumenwiesen. Doch die Realität schaut meist anders aus: Arbeitsverdichtung und Stress führen immer öfter zu Konflikten auf den Höfen. Die Landwirtschaftliche Familienberatung der Kirchen bietet Hilfe an.

9.10.2017: br.de: Protest gegen Preisverfall: Bauern versprühen Milchpulver in München
Spektakuläre Aktion am Montagmittag vor der Bayerischen Staatskanzlei in München: Bei seiner “Milch-(Ver)-Pulver-Tour” ist der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter mit 200 Schleppern vorgefahren. Dann wurde Milchpulver versprüht.

6.10.2017: gmeiner-meint.blogspot.co.at: Geben sich die Bauernvertreter auf?

5.10.2017: tt.com: Rücktritt nach Wirbel um „falsche“ Eier im Außerfern
Der Außerferner Bezirksbauernchef Richard Wörle hatte einem Pflegeheim Eier aus deutschen Legebatterien statt aus heimischer Freilandhaltung geliefert. Unterschiedliche Stempel hatten den Verdacht der Heimleitung erregt.

4.10.2017: noen.at: Bauern beklagen Steuerlast
Einheitswerte erhöhten sich in St. Georgen/Reith um bis zu 168 Prozent. Kleinbauern vor dem Aus.

St. Georgen/Reiths Bauern beklagen die massive Abgabenlast durch die neuen Einheitswerte. Am Bild: Martin Helmel, Franz Hager, Klaus Hobiger, Andreas Hager, Erich Baumann und Thomas Haidler (v.l.). |© Kössl

3.10.2017: orf.at: Glyphosat: Österreich gegen Zulassungsverlängerung
Österreich wird auf EU-Ebene künftig gegen eine Verlängerung der Zulassung des umstrittenen Pestizids Glyphosat stimmen. Der Beschluss wurde heute auf Initiative der Grünen im EU-Unterausschuss des Parlaments gefasst. SPÖ und FPÖ schlossen sich dem Antrag an.

Nyéléni Herbsttreffen der Bewegung für Ernährungssouveränität

Tagung “Gutes Essen für Alle”, 26.-29. Oktober 2017 in Graz!

Nyeleni Herbsttreffen 2017 Bewegung für Ernährungssouveränität

Gutes, gesundes und lokal angepasstes Essen für alle Menschen zugänglich zu machen, ist die Vision der Bewegung für Ernährungssouveränität. Den akuten Krisen unserer Zeit setzt Ernährungssouveränität eine bäuerliche und vielfältige Landwirtschaft entgegen.

Von 26. bis 29. Oktober erwarten die Teilnehmer*innen der Tagung in ganz Graz Workshops, Buchvorstellungen, Podiumsdiskussionen, eine Posterausstellung von Studierendenarbeiten und Exkursionen zur Gelawi Jaklhof und ins Stadtteilzentrum Jakomini.

Programmpunkte: Demokratische Lebensmittelpolitik, Klima-smarte Landwirtschaft und andere Verirrungen, Solidarische Landwirtschaft, Vereinnahmung von Rechts und Zivilcourage, Milch und Macht, Pflegearbeit, Food Literacy, Zugang zu Land, Rechte von Erntehelfer*innen, Landgrabbing-Geschäfte von Finanzinvestoren, Degrowth, Ernährungsräte, uvm.

Für vegane, saisonale Verpflegung wird gesorgt. Teilnahme ist kostenlos.
Anmeldung unter: www.ernährungssouveränität.at/anmeldung

Details unter:
http://www.ernährungssouveränität.at/nyeleni-herbst-2017/
https://www.facebook.com/events/1715509192077070/

 


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