Milchbauern fordern von der Politik ein Ende der Billigstrategie

Deutschland: In einem gemeinsamen Positionspapier fordern Vertreter der bäuerlichen Milchviehhaltung eine Abkehr der Politik von der „Billigstrategie“.

21.8.2020, agrarheute.com, Norbert Lehmann, agrarheute – 11:26

Die Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik auf eine weltweite Wettbewerbsfähigkeit der Billigpreise muss überdacht und korrigiert werden. Das fordert ein Bündnis von Verbänden und Organisationen der bäuerlichen Milchviehhaltung. In einem „Milchdialog“ haben die Beteiligten ein zweiseitiges Positionspapier erarbeitet.

Darin heben die Unterzeichner hervor, dass die Herstellung des Lebensmittels Milch zu europäischen Standards einen hohen Einsatz von Mensch, Tier und Natur fordere. Dies finde sich in den Marktpreisen für die Erzeuger jedoch nicht ansatzweise wieder.

Mercosur-Abkommen nicht ratifizieren

Um die gesellschaftlichen Anforderungen beim Tier-, Umwelt- und Klimaschutz zu erfüllen und zugleich betrieblich erfolgreich sein zu können, müsse die Markt- und Außenhandelspolitik mit der Billigstrategie brechen.

Konkret fordert das Bündnis darum, das Freihandelsabkommen der EU mit dem Mercosur-Raum nicht zu ratifizieren. Außerdem müsse die EU die Freihandelsgespräche mit Australien und Neuseeland abbrechen, die zu mehr „unqualifizierten“ Importen von Milch und Rindfleisch in die Gemeinschaft führen würden.

Bei allen Handelsabkommen, auch bestehenden, dürften die europäischen Standards und kostendeckende Erzeugerpreise nicht unterlaufen werden.

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