Milchgeldfluss

Das verabschiedete Milchpaket vom März d.J. hätte ein erster Schritt hin zu einer nachhaltigen Reform des EU-Milchsektors ein können. Mit dieser neuen Verordnung wurden einige zukunftsweisende Schritte angestoßen – leider wurden diese nicht konsequent umgesetzt und ausgebaut.
Dass sich der Milchsektor nicht selbst reguliert, kann erneut in den vergangenen Tagen und Wochen in der gesamten Union beobachtet werden. Die Märkte geraten zusehends unter Druck, was sich an massiv sinkenden Milchpreisen ablesen lässt.
Gleichzeitig sind die Erzeuger bisher nicht in der Lage, auf diese unübersehbaren Marktsignal adäquat zu reagieren. Die angelieferten Milchmengen erreichen nach wie vor Spitzenwerte. Das geplante Preis-Monitoring-Werkzeug sollte so bald wie möglich eingesetzt und sowohl mit der Überwachung des Milchmarktes (Preise, Angebot, Nachfrage und Produktionskosten) als auch mit effektiven Regulierungskompetenzen ausgestattet werden, um die Produktion von marktschädigenden Übermengen zu vermeiden.
Um einer weiteren Überschwemmung des Milchmarktes etwas entgegen zu wirken, ist es notwendig, die Quotenerhöhung vorerst auszusetzen, um die Märkte nicht zusätzlich zu belasten! Dieser Schritt ist unabdingbar, um eine weitere Talfahrt der Preise fürs erste abbremsen zu können.
Wir fordern die Politik auf in diese Richtung tätig zu werden. Zur Mitte des Milchwirtschaftsjahres kann eine erneute Analyse der Marktsituation vorgenommen werden, um die Aussetzung der Quotenerhöhung zu evaluieren.

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