Alarmierende Einkommenssituation bei Bauern in Österreich

Bauern in Not

Alarmierende Einkommenssituation bei Bauern in Österreich

06.09.2020 topagrar.com, von Torsten Altmann Beate Kraml ; AD

Die Bauern in Österreich müssen rein rechnerisch mit einem Monatslohn von nur noch 916 € klarkommen. Die Einkommen sinken Jahr für Jahr.

Die Einkommenssituation der österreichischen Landwirtschaft ist weiterhin alarmierend. Weniger als 28.000 € haben die für den Grünen Bericht ausgewerteten Buchführungsbetriebe 2019 erzielt. Veredelungsbetriebe konnten zwar aufgrund höherer Schweinepreise mit einem Plus von 33,4 % etwas durchschnaufen. Dagegen mussten Dauerkulturbetriebe vor allem wegen der Trockenheit 2019 ein Minus von fast 36 % hinnehmen.

Stagniert hat im Vergleich zum Vorjahr das Ergebnis der Marktfruchtbetriebe. Sie erzielten etwa 30.000 € Einkommen. Seit 2011 hat sich deren betriebswirtschaftliche Situation fast durchgehend verschlechtert. Damals lag ihr Einkommen laut Grünem Bericht fast doppelt so hoch wie 2019.

„Die Einkommensentwicklung stagniert und liegt auf dem Niveau von 2016. Das zeigt, dass Entlastung für die Land- und Forstwirtschaft dringend notwendig ist“, kommentierte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) die aktuellen Zahlen. Das Entlastungspaket der Bundesregierung von 50 Mio. € komme „genau zur richtigen Zeit.“

Kritik kommt von UBV-Obmann Karl Keplinger: „Wenn man das Einkommen 2019 auf die am Hof arbeitenden Arbeitskräfte runterrechnet, ergibt das 19.000 € je Arbeitskraft. Zieht man davon die Sozialversicherungsbeiträge ab, kommt man nur mehr auf 11.000 €. Das ergibt dann einen Monatslohn von 916 € (12 Monate). Würde man auf 14 Monate rechnen, kommt man auf sage und schreibe 785 €, also weniger als die durchschnittliche Bauernpension.“

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